Disentis ist ein Benediktinerkloster. Benedikt von Nursia (um 480–547), der Vater des abendländischen Mönchtums, errichtete in Monte Cassino ein Kloster, in dem der Mönch Gott sucht, in der Nachfolge Christi, in der Gemeinschaft der Brüder und unter der Leitung des Abtes. Seine Regel prägt bis heute die Benediktinerklöster.

Das Kloster Disentis wurde um das Jahr 700 gegründet. Im Umfeld der iroschottischen Wandermönche kam der fränkische Sigisbert rheinaufwärts und errichtete in der unbewohnten Gegend der «Desertina» eine Einsiedelei. Der einheimische Räter Placidus unterstützte ihn. Dessen gewaltsamer Tod wurde als Martyrium verstanden. Das Fest der Disentiser Gründungsheiligen Placidus und Sigisbert ist der 11. Juli. In den 1300 Jahren einer ununterbrochenen Geschichte ist das Kloster in seine heutige Form und Erscheinung gewachsen. Die Klostergemeinschaft ist sich der Aufgabe bewusst, ihr kulturelles Erbe zu erhalten und zu pflegen. Doch versteht sie sich nicht nur als Hüterin der Tradition. Sie weiss sich von unserer Zeit in Dienst genommen und ist willens, ihren Beitrag am Ort und über die Region hinaus zu leisten. Tradition kann nur erhalten werden, wenn sie sich wandelt.

Mit dem Kloster ist in Disentis seit frühester Zeit eine Schule verbunden. Erstmals dokumentarisch erwähnt ist sie im Jahr 1285. Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Schule verschiedene Formen an. Im 19. Jahrhundert wurde sie ein Gymnasium und seit 1936 können in Disentis die Maturitätsprüfungen abgelegt werden.